Marktbericht Wolf Agrarhandel | 04.Mai.2017

Weizen steigt und fällt an der MATIF, verhält sich aber an der Chicagoer Börse  neutral. Mais verliert etwas an der Pariser Börse und gewinnt an der CME. Auch Soja zieht wieder an. Der Raps verliert in Europa, macht dagegen aber in Kanada wiederum Boden gut.

Weizen: Durch die ergiebigen Regenschauer der vergangenen Tage haben die Weizenkurse an der MATIF mit Kursverlusten zu kämpfen. Die beiden frühen Termine der kommenden Ernte gaben beide um 1,50 €/t nach. Der Dezember Termin beendete den Börsentag mit 173,25 €/t. Die Termine der alten Ernte machten sich börsentechnische Effekte zunutze und kletterten für den Mai Termin um 1,75 €/t auf 171,25 €/t.
Die Analysten der EU-Kommission reduzierten aufgrund der anhaltenden Trockenheit der vergangenen Wochen ihre Mengenschätzung der kommenden Ernte um 300.000 t auf
141,9 Mio. t.
Die Weizenkurse blieben an der Chicagoer Börse neutral und so hielt der Juli unverändert seine Position mit 4,54 US-$/bushel bei. Die Kurse haben noch nicht auf die Schäden des Schneesturms reagiert, der am Wochenende über die westlichen Anbaugebiete der USA hinweggezogen ist, da die Diagnose der hinterlassenen Schäden an den Weizenbeständen noch läuft. Ersten Bestandsaufnahmen zufolge sind nur begrenzt Schäden in den Beständen aufgetreten, dennoch werden größere Ernteausfälle befürchtet.
Derzeit findet in den Vereinigten Staaten auch wieder die alljährliche Erntebereisung statt. Laut Aussagen von Teilnehmern dessen, haben die Weizenbestände im westlichen Kansas mit starken Pilz- und Virenbefall zu kämpfen.

Mais: An der Pariser Börse rutschten die beiden frühen Termine leicht ab, wodurch der Juni Termin bei 174 €/t stehen blieb.
Aufgrund der Schäden durch die Überschwemmungen in Teilen des Mittleren Westens der USA, zogen die Maiskurse der CME an. Der Juli Termin stieg um 2,4 Cent/bushel auf 3,75 US-$/bushel. Zum Wochenende hin soll jedoch eine Besserung des sehr nassen Wetters eintreten.
Die Maisernte in Brasilien fällt, den jüngsten Schätzungen zufolge, sogar noch besser aus als wie vor einigen Wochen prognostiziert. Das Analystenhaus Informa mit Sitz in den USA, rechnet nunmehr mit einer Maisernte von 96 Mio. t und das US-amerikanische Agrarministerium gab in seiner letzten Vorhersage zur brasilianischen Ernte einen Umfang von 93,5 Mio. t Mais an.
China will aus seinen staatlichen Reserven 2,5 Mio. t verkaufen.
Der Verkauf soll am Freitag starten.

Soja: Durch die Überschwemmungen in Teilgebieten des Mittleren Westens der USA, zogen auch bei den Sojabohnen die Kurse an. Der Juli Termin erstarkte um 6,4 Cent/bushel auf
9,75 US-$/bushel. Auch Sojabohnen profitierte von dem nassen Wetter und wuchs bei seinen Kursen um bis zu 3,8 US-$/short ton.
Das US-amerikanische Analystenhaus Informa korrigierte seine bisherige Rekordschätzung der brasilianischen Sojabohnenernte in Höhe von 111 Mio. t um 2 Mio. t auf 113 Mio. t. Die USDA hingegen bleibt ihrer Schätzung von 111 Mio. t weiterhin treu. Bei der argentinischen Sojabohnenernte reduzierte Informa dagegen seine Ernteprognose um 800.000 t nach unten, wobei sie dennoch oberhalb der USDA-Schätzung bleiben. In Argentinien hat die Sojabohnenernte begonnen und ist bereits zu 30 % abgeschlossen, womit sie aber im langjährigen Durchschnittsvergleich hinterherhinken.

Raps: Aufgrund der Wetterprognosen, welche steigende Temperaturen im westlichen Teil Europas gemeldet haben, gaben die Rapskurse an der MATIF etwas nach. Der August Termin sank um 0,75 €/t auf 368,25 €/t.
In Winnipeg dagegen machten sich die knappen kanadischen Bestände bemerkbar und so stieg der Juli Termin um 1,80 Can-$/t auf annähernd 523 Can-$/t an.

(RW)