Marktbericht Wolf Agrarhandel | 07.Februar.2020

Weizen und Mais sinken weiter, Soja und Raps steigen

Weizen: In Chicago verlor der Soft Red Winter 5,75 US-Cent und beendete den Handelstag bei 556,25 Cent/bushel (186,16 €/t). Der Märzkontrakt rutschte in Kansas um 6 Cent nach unten auf 467,75 Cent/bushel. In Paris verlor der März 0,75 € auf 193,00 €/t. Auch in Russland stehen die Exportpreise unter Druck. Die FOB-Preise sind in der letzten Woche um 7 US-$ auf 224 US-$/t gesunken. Laut Rusagrotrans beliefen sich die Ausfuhren über die Schwarzmeerhäfen im Januar auf 1,48 Mio. t, rund 0,4 Mio. t weniger als im vorherigen Jahr. Nach Angaben der Aufsichtsbehörde Rosselkhoznadzor beliefen sich die russischen Getreideexporte auf 34,7 Mio. t für das aktuelle Wirtschaftsjahr. Dies entspricht einem Rückgang von 7 Prozent zum Vorjahr. Auch die Ausfuhren von Weizen summierten sich mit 24,1 Mio. t in einem Minus von 13 Prozent. Trotz solider Exportnachfrage ging es für den EU-Weizen abwärts. Die Verladeaktivitäten in den französischen Häfen von Rouen und La Pallice wurden am Donnerstag, durch einen Streik, kurzzeitig zum Stillstand gebracht. Außerdem haben die Händler weiterhin die anhaltenden Risiken der Corona-Infektionen in China im Blick. Für die Woche vom 30. Januar zeigt die Statistik des US-Agrarministeriums Exportbuchungen in Höhe von ungefähr 338.600 t. Somit entspricht dies einem Rückgang von 47,6 Prozent zur Vorwoche oder 45,2 Prozent zur Vorjahreswoche. Mit 16,11 Mio. t bleiben die kumulierten Exporte aus dem Wirtschaftsjahr 14 Prozent hinter dem vergangenen Jahreswert zurück. Der stärkere US-Dollar kratzte ebenfalls an der Wettbewerbsfähigkeit von US-Weizen auf den internationalen Märkten.

Mais: Der Frontmonat März gab an der Börse in Chicago
1,5 Cent nach und ging bei 379,25 Cent (135,98 €/t) aus dem Handel. In Paris beendete der Kontrakt für den März, unverändert bei 167,57 €/t, den Handelstag. Der Junikontrakt gab mit einem Minus von 0,75 € bei 172,50 €/t leicht nach. Trotz guter Exportzahlen am Donnerstag rutschen die Maiskontrakte leicht ins Minus. Auf 1,28 Mio. t summierten sich die Exportverkäufe in der vergangenen Woche und lagen somit am oberen Ende der Erwartungen.

Sojabohnen: Die Märzbohnen legten 1,00 US-Cent
881 Cent/bushel zu (291,81 €/t). Auch Sojaschrot konnte um
0,80 US-$ auf 288,20 US-$/short ton (288,43 €/t) zulegen. Somit konnten die Sojabohnen an der Börse in Chicago am Donnerstag leichte Gewinne verbuchen. China kündigte niedrigere Zölle für eine Reihe von US-Gütern an, jedoch ließ dies die Märkte größtenteils kalt. Weiterhin warten die Händler auf Käufe aus China, welche das Phase-Eins-Abkommen vom Januar zwischen Washington und Peking untermauern würden. Weiterer Druck wurde durch eine Ankündigung des USDA auf den Markt ausgeübt. Im erwarteten Bericht zur Nachfrage- und Angebotssituation am 11. Februar wird das US-Agrarministerium keine Details über chinesische Kaufzusagen aus dem Abkommen veröffentlichen. Laut USDA summierten sich die Exportverkäufe in der vergangenen Woche vom 30. Januar auf 703.835 t. Dies entspricht zwar einer Steigerung von fast 50 Prozent zur Vorwoche, jedoch rund zwei Drittel weniger als in der Vorjahreswoche. Mit rund 360.000 t entfiel etwa die Hälfte der wöchentlichen Exporte auf China. Sojabohnenverschiffungen summierten sich in der Woche auf 1,45 Mio. t und somit entstand ein Plus von 17,6 Prozent im Wochenvergleich. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr, lagen die Verschiffungen um 60 Prozent höher. Auch die kumulierten Exporte belaufen sich mit 26,8 Mio. t. rund 25 Prozent höher als die Exporte im Vorjahreszeitraum.

Raps: Im kanadischen Winnipeg verlor der März 0,70 Can-$ auf 461,00 Can-$/t. Der entsprechende Kontrakt war noch am Mittwoch um 6,80 Can-$ gestiegen. Der Raps legte an der Pariser Börse leicht zu. Auch der Mai beendete den Tag mit einem Plus von 0,50 € bei 394,25 €/t. Nach dem kräftigen Rebound am Mittwoch haben sich die Canola-Kontrakte etwas gefestigt. Mit vergleichbaren konkurrierenden Ölsaaten bleibt das Preisniveau weiterhin günstig, was Schnäppchenjäger anzieht und Verluste im Zaum hält.